Parks und Stadtwälder in Bonn

Zur Historie unserer grünen Stadt

Die Parkanlagen, Gärten und Stadtwälder Bonns warten mit einer weitreichenden Historie auf. Wie in den meisten Städten gab es auch in Bonn im Mittelalter und zur Zeit der Renaissance keine großräumigen, allen Bürger_innen zugängliche, Grünanlagen. Erst im 17. und 18. Jahrhundert wurden Gärten und Parkanlagen im städtischen Raum eingeführt. In Bonn war es Kurfürst Ferdinand, der den Ausbau der Stadt zur kurfürstlichen Residenzstadt begann. Jedoch zerstörte der große Stadtbrand von 1689 nahezu jede Grünfläche der Stadt. Ende des 17. Jahrhunderts begann Kurfürst Joseph Clemens einen prachtvollen Neubau des zerstörten Bonner Schlosses, vor dessen Südfassade der Hofgarten angelegt wurde. Wie zu dieser Zeit üblich, handelte es sich dabei um feudale Repräsentationsgärten, die nicht für alle Bürger_innen zugänglich waren.
Im 18. Jahrhundert entstand in Bonn das wohl wichtigste Gartenensemble: der Hofgarten mit dem Poppelsdorfer Schloss, der Alte Zoll, der Stadtgarten, die Poppelsdorfer Allee und der Botanische Garten sowie das Baumschulwäldchen. Dazu die Straßenzüge Nussallee, Baumschulallee und Reuterstraße.

20151208_141019Aufgrund der Industrialisierung und der damit verbundenen Urbanisierung kam es bis etwa 1900 zur Stadterweiterung. Der wirtschaftliche Aufschwung, der seit Mitte des 19. Jahrhunderts auch im Rheinland zu spüren war, änderte aber nur wenig am Charakter der Stadt Bonn als Universitätsstadt. Fabriken und Industrie siedelten sich hauptsächlich im Bonner Norden und den umliegenden Gebieten an. Die Stadt Bonn selbst wurde hauptsächlich von Rentnern und gutbetuchten Bürgern bewohnt und von vielen Fremden besucht. Dieser Umstand führte dazu, dass in der Stadt großer Wert auf eine schöne Umgebung und angenehme Aussichtsplätze und Spazierwege gelegt wurde. Der 1859 gegründete Bonner Verschönerungsverein setzte sich mit dieser Thematik auseinander und war unter anderem dafür verantwortlich, dass Grünanlagen, Wanderwege und Plätze geschaffen bzw. verschönert wurden. 1892 wurde durch Oberbürgermeister Wilhelm Spiritus und die Bonner Stadtverordneten ein Gartenamt eingerichtet, das sich die Pflege der Parks, Wälder und Grünanlagen innerhalb und außerhalb der Stadt zur Aufgabe machte. Allem voran wurden die verwahrlosten Anlagen der Universität (Hofgarten, Kaiserplatz und Poppelsdorfer Allee) verschönert und eine Reihe kleinerer Flecken gestaltet. Die Stadt Bonn sollte nicht nur nüchterne Arbeitsatmosphäre ausstrahlen, sondern auch kulturell lebenswert erscheinen. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahre 1914 stand die Stadt Bonn in dem Ruf, eine Gartenstadt zu sein. Die Zerstörung durch die beiden Weltkriege haben auch die Grünanlagen der Stadt Bonn nicht verschont. Einhergehend mit dem Wiederaufbau der Stadt wurden auch die Parks und Grünanlagen in Bonn wieder hergerichtet.
Heutzutage werden die Parkanlagen größtenteils als kulturelle Räume genutzt, in denen man entspannt, spazieren geht, Freunde trifft, Events und Festivals besucht, sich sportlich betätigt, an Demonstrationen teilnimmt oder gemütlich im Hofgarten sitzend auf seinem Smartphone die neuesten Einträge des Blogs „GartenKultur“ durchstöbert …

 

S T A D T G A R T E N B O N N
P R
O A V
P C B I
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G O D E S B E R G E R S T A D T W A L D
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G S F N H
A D E I A
R O P A L A I S S C H A U M B U R G
T R S C M
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N E A V E N U S B E R G
R R R S
A K G C
L A H
A L T E R Z O L L R M
E T I
E A L T E R F R I E D H O F
N T

von Giulia Fanton

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