Geheimnis: Klostergarten

Das Testgelände mittelalterlicher Think-Tanks

Von flüssigem Brot und bitterer Medizin

Sie sind irgendwie in der Zeit stehen geblieben. Sie werden bewohnt von Menschen mittleren oder fortgeschrittenen Alters in unscheinbaren Roben, die entweder gütig lächeln oder verhärmt grimmen. In aller Abgeschiedenheit wird in ihnen Bier gebraut oder ein Chor auf die große Bühne vorbereitet. Doch davon ab herrscht in ihnen ein nicht mehr zeitgemäßer, aber steter Wechsel von ora et labora, Arbeiten und Beten. Und eigentlich sind sie doch irgendwie überflüssig, oder nicht? Die Rede ist selbstverständlich von Klöstern. Und so trübsinnig, wie diese landläufige Beschreibung von Klöstern ist, so unwahr scheint sie zu sein, wenn man nur einige weitere Begrifflichkeiten in den Raum stellt. Obgleich man an sich ja nie so wirklich Gedanken darüber gemacht hat, warum der Melissengeist von einer Klosterfrau kommt oder warum die Baldrianpastillen von der Firma Abtei hergestellt werden und was sie mit der Medizin einer Hildegard oder den Kuren eines Herrn Kneipp zu tun haben, eröffnen all diese Dinge im entsprechenden Kontext eine ganz neue Perspektive auf die eigene Wahrnehmung von Klöstern. Es keimen weitere Fragen auf. Waren und sind Klöster vielleicht doch mehr, als nur die Wohn- und Gebetsstatt einiger christlicher Fanatiker? Sind das Weltliche und das Spirituelle eventuell doch nicht so stark voneinander isoliert, wie man an sich meinen möchte? Und was haben Klöster eigentlich genau mit Bier und Medizin zu tun?

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Die Antworten auf diese Fragen verbergen sich, zumindest historisch betrachtet, in aller Offensichtlichkeit in einem Teil einer jeden Klosteranlage, dem Klostergarten. Da mit zunehmender Industrialisierung, auch in der Landwirtschaft, die Zahl der Klöster mit einem eigenen Garten noch drastischer abgenommen hat, als die Zahl der Klöster selbst – in und um den Großraum Bonn existieren tatsächlich leider gar keine ursprünglichen Klostergärten mehr – muss man also den Blick in die Vergangenheit und entsprechende Literatur werfen. Im Bestreben, den wahren Einfluss westlicher Klöster auf unsere moderne Gesellschaft herauszustellen, wird nachfolgend anhand des Texts Klosterleben im Mittelalter von Gudrun Gleba das mittelalterliche Klosterleben beschrieben werden, um von dort mittels Die Gärten der Abtei Ebrach von Wolfgang Wiemer und Klostermedizin: Die Kräutergärten in den ehemaligen Klosteranlagen von Lorsch und Seligenstadt von Johannes Gottfried Meyer einen Überblick über die Gestaltung eines Klostergartens zu geben. Anschließend soll, unter anderen, Klostermedizin – die Apotheke Gottes von Johannes Gottfried Meyer einen Abriss zur Entwicklung des und die Einflussnahme durch den Klostergarten liefern, um schlussendlich den Stellenwert klösterlicher Errungenschaften im modernen Kontext bewerten zu können.

Katharsis, Klausur und Konvent

Die Bezeichnungen für eine Gemeinschaft von Mönchen oder Nonnen sind mannigfaltig und doch im Wesentlichen alle an denselben beiden Quellen verwurzelt. Zum einen bezeichnet das lateinische Wort claustrum einen verschlossenen Ort und bildet den Ausgang für die deutschen Worte Kloster, Klausur und Klause. Zum anderen bedeutet das aus dem Griechischen entlehnte lateinische Wort monasterium so viel, wie Einsiedelei und steht besonders außerhalb des deutschen Sprachraums Pate für die Bezeichnung klösterlicher Zusammenschlüsse, hat sich aber auch hier beispielsweise im Wort Münster erhalten. Dabei gibt es auch gleich Aufschluss über die Anfänge des Klosterlebens. Auf der Suche nach einer inneren und spirituellen Reinigung, der Katharsis, begaben sich spätestens im dritten Jahrhundert einzelne Christen im heutigen Ägypten in die Isolation der Einsiedelei, um die 40-jährige Wüstenwanderschaft der Juden nachzuempfinden. Diese frühen Eremiten ließen sich vor Allem in Höhlen nieder, errichteten aber auch einfache Hütten und bestritten ihr Leben allein mit sich und Gott. Bereits im vierten Jahrhundert sind Kolonien dieser frühen Eremiten bekannt, bei welchen sie sich zwar noch immer allein, aber doch um eine gemeinsam genutzte Kultstätte herum ansiedelten. Mitunter werden solche Einsiedlerkolonien bereits als Frühform klösterlichen Lebens gewertet, die besonders auf Antonius den Großen, einen koptischen Eremiten bezogen wird. Ein weiterer koptischer Eremit namens Pachomios der Ältere gründete wiederum im Nachgang zur Christenverfolgung des Diokletian die ersten Klöster, die eine klare Ähnlichkeit zu jenen des Mittelalters aufwiesen. Mehr oder minder aus der Not geboren, fanden sich Christen zusammen, welche vor der Verfolgung geflohen waren und nunmehr als feige verstoßen wurden, um gemeinsam ein gottgeweihtes Leben zu führen. Diese Tradition wurde über die kommenden zwei Jahrhunderte weiter verfeinert, bis im sechsten Jahrhundert der Eremit Benedikt von Nursia eine Kodifizierung des Mönchstums, und damit des Klosterlebens, unter der Bezeichnung Regula Benedicti niederschrieb. Es ist allerdings zu erwähnen, dass die Existenz von Benedikt wegen der schlechten Quellenlage einerseits angezweifelt wird, andererseits aber auch, weil seine Regula zwischenzeitlich für einige Jahrzehnte nicht mehr nachweisbar ist. Dennoch ist die Regula Benedicti, die auch einige ältere Regularien beinhaltet oder weiterverarbeitet hat, bis heute die Grundlage klösterlichen Lebens im westlichen Christentum.

Die Abgeschiedenheit nicht nur von anderen menschlichen Gemeinschaften, sondern auch deren Alltag aus Überlebenskampf, Frondienst, Krieg und Steuern und nicht zuletzt die finanziellen und materiellen Zuwendungen von Fürsten des sich immer weiter verbreitenden Christentums brachten die Klöster in die signifikante Position, von Kultstätten zu Kulturstätten werden zu können. Die Fähigkeit zur Verschriftlichung von Wissen war, beispielsweise zwecks Neugründung weiterer Klöster, eine Notwendigkeit im monastischen Leben, sodass sich bereits früh Klosterbibliotheken bildeten, welche zunächst die Bibel und Schriften von Kirchenvätern, im weiteren Verlauf auch Ordensregeln und letztlich vielerlei verschiedene Literaturen beherbergten und sich ständig vergrößerten. Nicht zuletzt dadurch kam für Mönche auch bald die zusätzliche Einnahmequelle als Sekretäre und Kopisten von Büchern auf. Solche Tätigkeiten verlangten natürlich nach Nachwuchs, sodass sich in Klöstern ebenfalls erste Schulen etablierten, die ein gewisses Mindestmaß an Bildung der Mönche (und später Nonnen) mit sich brachten.

Ora et labora… et explora!

Erfassung und Weitergabe von Wissen führen unweigerlich irgendwann auch zur Erzeugung neuen Wissens. In Klöstern war auch das nicht anders. Die zunehmende Kunstfertigkeit im Kopieren und der Illustration von Büchern ist ja weithin bekannt. Aber auch in anderen Bereichen entwickelten sich Klöster zu wahren Think Tanks. Besonders stechen dabei kulinarische und medizinische Errungenschaften heraus, die beide nicht ohne einen zentralen Klosterbestandteil möglich gewesen wären: der Klostergarten.

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Dabei gilt es, den tatsächlichen Klostergarten vom Klostergarten im übertragenen Sinne abzugrenzen. Letzterer wird Kreuzgang genannt und ist insofern ebenfalls eine Form von Klostergarten, als er in Anlehnung an den Garten Eden angelegt wird. Die vier im Zentrum zusammenlaufenden Wege stehen dabei wahrscheinlich für die vier paradiesischen Flüsse, die vier Seiten eines traditionell quadratischen Kreuzgangs für die vier Himmelsrichtungen. Weiterhin symbolisiert der Kreuzgang, wie er in renovierter Form heute beispielsweise im Bonner Münster zu begehen ist, aber auch das Neue Jerusalem, die postapokalyptische Stadt, in welcher Gott mit den auserwählten Menschen leben wird. Dabei orientiert sich der Kreuzgang an der biblischen Beschreibung der Stadt mit einem quadratischen Grundriss, welcher von einer Mauer mit je drei Toren pro Seite – analog zu den zwölf Stämmen Israels – gesäumt ist. Die so entstehenden Galerien um jene Arkaden fungieren als zentraler Knotenpunkt eines Klosters, von wo aus alle anderen Areale erreicht werden können. Aufgrund der dürftigen Quellenlage kursieren mehrere Theorien über den eigentlichen Ursprung des Kreuzgangs, welche von einer originären Idee bis zur Übernahme römischer Villen mit Atrium als den ersten Klöstern reichen.

Der tatsächliche Klostergarten entstammt ebenfalls der Eremitage, in welcher jeder Einsiedler für seine eigene Versorgung mit Nahrungsmitteln verantwortlich war, und wurde spätestens mit der Regula Benedicti fester Bestandteil westlicher Klöster. Folglich beherbergte ein jeder Klostergarten mindestens mehrere Parzellen, in welchen Gemüse angebaut wurde, und einen Bereich mit Obstbäumen. Und bereits hier schlägt sich der wissenschaftliche Aspekt des Klosterlebens nieder. Denn die Einsiedelei trieb die frühen Mönche mitunter in Gegenden mit landwirtschaftlich suboptimalen Bedingungen. Um nun aber doch die notwendigen Pflanzen kultivieren zu können, mussten die Mönche neue Methoden des Anbaus entwickeln, was zur Anlage von Hochbeeten in Klostergärten führte. Hochbeete bieten viele Vorteile, wie eine körperschonende Arbeitshöhe oder frühere Erwärmung des durch Kompost und sonstige Abfälle und Zutaten selbst zusammengestellten Nährbodens. Auch in den Obstbaumfeldern liefen Erkenntnis und Glaube zusammen. Der stete Lebenszyklus eines Baums wurde als Sinnbild von Tod und Auferstehung betrachtet, weshalb der Obstgarten ebenfalls als Friedhof genutzt wurde. Das förderte wiederum das Wachstum und den Ertrag der Bäume, was zur Erkenntnis über das Düngen führte. Je nach Größe eines Klosters konnte der klostereigene Garten aber gegebenenfalls nicht ausreichend Gemüse produzieren, was die Rodung von Waldflächen nötig machte, um dort große Felder anzulegen, auf welchen Hauptnahrungspflanzen angebaut wurden.

P1010173Spätestens seit dem neunten Jahrhundert beherbergte der Klostergarten auch ein Areal für die Kultivierung von Kräutern, was wahrscheinlich auf die Aufbereitung antiker Schriften in Klöstern zurückzuführen ist. Die dort beschriebenen Pflanzen und ihre Anwendungsbereiche wurden fortan auch von den Mönchen weiter beforscht und ihr Bestand stetig erweitert. Durch den regen Austausch von Wissen und Pflanzen zwischen den Klöstern gelangten auf diese Weise auch vormals exotische Gewächse in den westeuropäischen Raum und wurden hier angesiedelt. Besondere Beachtung fanden dabei stark ausdünstende Pflanzen – allen voran Schnittblumen – weil sie den giftigen Gasen, welche der Miasmenlehre zufolge aus der Hölle und durch den Erdboden aufstiegen, entgegenwirken könnten.

Dadurch begünstigt und auf Grundlage der caritas, der christlichen Nächstenliebe, und dem damit verbundenen Pflichtgefühl der Mönche (und später auch Nonnen), heilsbringend in jeglicher Hinsicht tätig zu sein, entwickelte sich eine erste Form der Arzneiwissenschaft, welche ihre Anwendung nicht nur im Kloster, sondern mitunter auch auf Schlachtfeldern fand. Ein prominentes Beispiel dafür ist Maria Clementine Martin, eine Nonne welche ab dem Ende des 18. Jahrhunderts das Arzneimittelwesen im Kloster St. Anna in Coesfeld erlernte und dann unter Anderem im Jahre 1815 bei der Schlacht von Waterloo einsetzte, um Verwundeten beider Seiten zu helfen. Nunmehr als Günstling des preußischen Königs ließ sie sich am Kölner Dom nieder und gründete ein Unternehmen, welches heute unter dem Namen Klosterfrau bekannt ist und noch immer den Melissengeist der Nonne Martin vertreibt.

Jedes Ende ist auch ein Anfang

Die Nonne Martin blickte dabei auf eine zu diesem Zeitpunkt bereits lange Tradition klösterlicher Medizin und ihrer Anwendung zurück, die bereits am Anfang des 12. Jahrhunderts mit der Benediktinerin Hildegard von Bingen eine bekannte Grundlagenforscherin (wenn man so möchte) hervorgebracht hatte. Was Martin Luther für die Bibel war, war Hildegard von Bingen für die Klostermedizin. Sie übersetzte griechische und lateinische Texte über Arzneien und Krankheiten, trug weitere Übersetzungen zusammen und verband jene dann mit der Volksmedizin, um letztlich Kompendien zu verfassen, welche sich als richtungsweisend für die Klostermedizin und somit auch die spätere Schulmedizin erwiesen. Als Teil der traditionellen europäischen Medizin findet die Hildegard-Medizin bis heute Anwendung und fällt daher unter eine EU-Richtlinie, die als Vorstufe zu einer Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO gilt.

Das geballte Wissen, die caritas und Urbarmachung von Land durch Klöster ging auch an den Landesfürsten nicht ungesehen vorbei, sodass Klöster alsbald instrumentalisiert wurden. Durch die Stiftung weiter Ländereien und finanzieller Mittel in unterentwickelten Gegenden nutzten sie das Mönchstum als Entwicklungskatalysator und mehrten so ihren Einfluss und die Produktivität ihrer Reiche, bereiteten die entstandenen Stifte die Gegend doch für Neuansiedlungen vor und begünstigten jene auch. Der Anfang dieser Stiftungen und der nachfolgenden Entwicklungen drohte das Ende der monastischen Autarkie und Klausur zu werden, weshalb in den folgenden Jahrhunderten ein wahres Ringen um die Klöster zwischen weltlichen Stiftungen und kirchlichen Reformen entstand, was zu einer Ausdifferenzierung der Klosterwelt führte. So gibt es heutzutage verschiedene Körperschaften, wie Klöster, Stifte, Domkapitel, Priorate und dergleichen mehr, aber auch unterschiedlich geartete Gemeinschaftszugehörigkeiten, wie Mönch und Nonne, Chorherr und Klosterfrau, Bettelorden und Krankenorden, und so weiter, die sich alle in ihrer Ausrichtung und/oder Herkunft unterscheiden. Außerdem kann darin die Entstehung eines neuen Typus von Kloster gesehen werden. Wurde ein Kloster zur Kultivierung einer Gegend genutzt, entstand zwangsläufig eine Ansiedlung um das Kloster herum, sodass es nur einen kleinen Schritt brauchte, bis jede neuere Stadtgründung auch einen Klosterbau enthielt. An diese neuen Stadtklöster passten sich auch die Orden an, indem sie ihre Mitglieder nunmehr auf Wanderschaft zwischen den Klöstern schickten oder sie vom einen in das andere versetzten. Weitere und zentrale Auswirkungen der Stadtklöster waren einerseits die Teilaufgabe des rein kontemplativen Lebens zugunsten der Einbindung von Dienstleistungen, wie Seelsorge oder Predigt. Andererseits sorgte der nahtlose Übergang von Stadt und Kloster aber auch für einen stärkeren Austausch von Wissen und materiellen Dingen, Pflanzen, sodass sich die vormals exotischen Gewächse des klösterlichen Kräutergartens bald auch in bürgerlichen Gartenanlagen finden ließen. Mitunter durch die Ziergewächse und Kreuzgänge der Klöster fand auch die Nebenentwicklung von der Erholung und Muße dienender Ziergärten statt, welche bald an keinem noch so kleinen Fürstenhof mehr fehlen durften.

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Ein schweres Erbe

Nicht zuletzt mit dem Einsetzen des Zeitalters der Aufklärung wurde den Klöstern ihre Rolle als Bildungs- und Kulturzentrum immer weiter streitig gemacht durch neue weltliche Einrichtungen, wie Handwerker, Schulen, Universitäten und ihre Untereinrichtungen verteilt. Mit der Wende zum 19. Jahrhundert wurde ihnen ihre Bedeutung durch die Säkularisation ganz entrissen; teilweise auch sehr wörtlich. Denn Klöster wurden nicht nur geschlossen, sondern ihr Besitz auch verstaatlicht. Ganz besonders profitierten davon die Universitäten, deren botanische Gärten und medizinische Fakultäten nunmehr den direkten Zugriff auf all das Wissen der monastischen Tradition hatten, was nicht im Zuge der Enteignung verloren gegangen war. So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass besonders die medizinischen Fakultäten, neben jenen der Jurisprudenz, bereits seit Aufklärung zu den wichtigsten und erfolgreichsten Einrichtungen des Bildungswesens zählten und es auch bis heute sind.

In einer Zeit des allgemeinen gesellschaftlichen Niedergangs – nicht umsonst spricht man auch vom dunklen Mittelalter – erwiesen sich Klöster als Laternen der Hoffnung und des Fortschritts der westlichen Welt. In ihnen wurden natürliche Arzneien erforscht, Agrartechnologien entwickelt und beides miteinander verbunden. Das beste und noch heute bekannte Beispiel dafür ist – so widersinnig es auch klingen mag – das Bier. In den Kräutergärten der Klöster wurde herausgefunden, wie man Hopfen anbaut und wofür er genutzt werden kann. Die gelehrten Mönche fanden einen Weg, daraus Bier zu brauen und fanden damit gleichzeitig eine Lösung, die den Durst der Menschen stillen konnte, welche andernfalls durch Fäkalien und anderen Unrat verseuchtes Wasser hätten trinken müssen. In ihren Schreibstuben hielten die Klosterbewohner dieses Wissen fest, erweiterten es und gaben es weiter. Analog könnte man auch die Entwicklung und Auswirkung verschiedenster anderer Dinge verfolgen, nicht zuletzt die Ursprünge der modernen Pharmakologie und Medizin.

Man kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass auch eine atheistische/säkularisierte Welt sehr viel anders aussähe, hätte es die Klöster mit ihren Gärten und den darin arbeitenden Mönchen und Nonnen nie gegeben. Sie stellen nicht weniger dar, als die Brücke zwischen den Erkenntnissen der Antike und der Wissenschaft der Moderne, eine Art Zeitkapsel, in der sich ausreichend Wissen erhalten und entwickeln konnte, sodass die westliche Welt nicht wieder bei null anfangen musste. Und doch bleiben auch jetzt noch Aspekte über Klostergärten im Verborgenen, welchen sich der Medizinhistoriker Johannes Gottfried Mayer von der Universität Würzburg und seine Forschergruppe Klostermedizin seit 1999 in Zusammenarbeit mit dem Arzneimittelhersteller Abtei widmen, auf der steten Suche nach dem Geheimnis: Klostergarten.

von Korbinian de Lappé

Lesen Sie hier die Version mit Quellen- und Literaturangaben

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