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Irrgarten

Der Irrgarten ist ein ganz besonderes Element der Gartenkunst und lädt alle ein, die Vergnügen am Verirren finden. Als engmaschiges System mit überkopfhohen, blickdichten Hecken und einem Zielplatz, hat der Irrgarten seinen Ursprung im italienischen Manierismus (etwa 1520 bis 1630). Im Unterschied zum Labyrinth, in dem nur ein Weg ohne Verzweigungen vom Eingang zur Mitte der Anlage führt, besteht der Irrgarten aus einem wahrlichen Geflecht von Wegen und Abzweigungen, Kreuzungen, Sackgassen und Wegeschleifen. Hat man nach langem Irren den Zielplatz gefunden, so wird man meist mit einem Aussichtspunkt, einem Brunnen, einer Statue oder wenigstens einer Bank zum Ausruhen belohnt.

Häufig ließen sich Fürsten und private Bürger kunstvolle Irrgärten in ihren weitreichenden Gärten anlegen. Daneben existierten aber schon früh einfache Irrgärten für die breite Bevölkerungsschicht. So bestand beispielsweise von etwa 1620 bis 1862 der Oude Doolhof („Alter Irrgarten“) in Amsterdam, der für jedermann zugänglich war. Mit dem Aufkommen des modernen Tourismus im 19. Jahrhundert wurde die Idee des Irrgartens in Vergnügungsparks wieder aufgegriffen und seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind auch zahlreiche Freizeitparks häufig mit einem Irrgarten ausgestattet. Bekanntestes Beispiel aus der Region ist der Baumberger Irrgarten im Phantasialand in Brühl.

Quellen:

Hempelmann, Josef: Labyrinthe und Irrgänge im Wandel der Jahrhunderte. In: Die Gartenkunst. Band 39, Heft 4, 1926, S. 54–58.

von Laura Esser

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