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Nelke

Die Landnelke (Dianthus caryophyllus) entstammt der Gattung der Nelken und ist ursprünglich im Mittelmeerraum ansässig. Die winterharte und mehrjährige Landnelke lässt sich im heimischen Garten entweder direkt ins Blumenbeet oder in einen Blumenkübel einpflanzen. An einem sonnigen Platz dauert ihre Blütezeit von Juli bis August.

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Die botanische Bezeichnung Dianthus leitet sich vom griechischen dios anthos ab und bedeutet göttliche Pflanze. Daneben kommen der Nelke weitere vielfältige Bedeutungen zu. So gilt sie als Sinnbild lieblicher Unschuld und Jungfräulichkeit, weshalb sie im christlichen Raum zum Mariensymbol wurde. Da die Nelkenblüte ihre Farbe behält, gilt sie darüber hinaus als Symbol der Treue und ist auf Verlobungsbildern des späten Mittelalters zu finden. Während der Zeit der Kreuzzüge wurde die Nelke zum Liebes- und Fruchtbarkeitssymbol. Später in der Neuzeit galt die rote Farbe der Nelkenblüte als Bild für Standhaftigkeit und Tapferkeit.

Besondere kulturelle Bedeutung erfuhr die Nelke im 19. Jahrhundert als sie zum Sinnbild der linken Arbeiterbewegung wurde. Auf dem Internationalen Sozialistenkongress am 14. Juli 1889 in Paris – der seinen symbolischen Auftakt am 100. Jahrestag des Sturms auf die Bastille hatte – wurden neben der Gründung der Zweiten Internationalen auch die Feierlichkeiten des ersten Mais begründet. Im Geist dieser Gedanken etablierte sich ferner die rote Nelke als Erkennungszeichen linker Arbeiter_innen, sodass diese künftig die Blume bei ersten Maifeiern als Erkennungszeichen bei sich trugen. Auch in der späteren DDR steckten sich die Bürger_innen zu feierlichen Anlässen eine rote Nelke an die Kleidung.

Erneut große Bedeutung erfuhr die rote Nelke Mitte der 1970er Jahre in Portugal. Unter dem Titel Nelkenrevolution wird der weitestgehend unblutige Umsturz der autoritären Diktatur ‚Estado Novo‘ bezeichnet. Der linksgerichtete Teil der portugiesischen Armee war maßgeblich am Umsturz der Regierung am 25. April 1974 beteiligt – ihr Erkennungszeichen waren rote Nelken, die an ihren Uniformen prangten und aus ihren Gewehrläufen herausschauten.

Quellen:

IG Metall: Was bedeutet eigentlich die rote Nelke? online unter: http://netkey40.igmetall.de/homepages/messeblitz/hochgeladenedateien/Dateien/PDF/Was%20bedeutet%20eigentlich%20die%20Rote%20Nelke.pdf

Fenske, Michaela: Art. Nelke. In: Enzyklopädie des Märchens. Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden Erzählforschung. Bd. 9, Berlin/New York 1999, Sp. 1351

Fritz Köhlein: Nelken. Stuttgart 1990

Sperling, Urte: Die Nelkenrevolution in Portugal. Köln 2014

von Laura Esser

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Nutzgarten

Nutzgärten dienen der gänzlichen oder teilweisen Selbstversorgung der jeweiligen Nutzer_innen. Die Gärten können unterschiedliche Größen haben, von wenigen Quadratmetern bis hin zur prächtigen und ausladenden Anlage kann ein Garten alles sein. Hauptsache er gefällt und erfüllt seinen Zweck. In der Regel werden Nutzgärten zur Produktion von Obst und Gemüse genutzt; in einigen Fällen auch zusätzlich für die Kleinviehhaltung und somit zur Produktion von Fleisch- und Milchprodukten. Neben der Selbstversorgung der Nutzer_innen, dienen die Gärten aber auch dem wirtschaftlichen Zugewinn durch Verkauf der gezogenen Produkte. Dies hebt die Nutzgärten von der Nutzweise „normaler“ Gärten ab. Dienen diese Schaugärten eher Repräsentationszwecken und haben sich im Laufe der Jahre als Aufenthaltsräume für die Freizeitgestaltung und Naherholungsgebiete etabliert, versorgt ein Nutzgarten zusätzlich zu diesen Eigenschaften seine Bewirtschafter_innen mit Nahrungsmitteln und kann somit buchstäblich lebenswichtig sein.

Quellen:

Heizmann, Berthold: Die rheinische Mahlzeit. Zum Wandel der Nahrungskultur im Spiegel lokaler Berichte. Köln 1994

Müller, Christa: Urban Gardening. Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt. 5. Aufl. München, 2012

Portal Alltagskulturen im Rheinland: „Intensive Nutzung der Gartenfläche deckte weitgehend die Versorgung…“ online unter: http://www.portall.lvr.de/de/nav_main/02_themen/02_nahrung/anbau_und_einkauf/anbau_und_einkauf_1.html

von Corinna Schirmer

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